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Feuer und Flamme für Flexibilität
holen Sie das Meiste aus Ihren thermischen Kraftwerken heraus

 

Erneuerbare Energiequellen sind heutzutage in aller Munde und das zu Recht: da ihr Marktanteil jedes Jahr steigt und der Innovationsgrad auf einem Allzeithoch ist, springen immer mehr Investoren auf den Zug auf. Konventionelle thermische Energiequellen hingegen haben wegen ihrem nicht nachhaltigen Ressourcenverbrauch eine schlechte Reputation. Mit einem Anteil von mehr als 70 % an der Gesamtkapazität von fast 5000 GW, bilden sie jedoch immer noch das Rückgrat des Energiemarktes. Die große Wachstumsphase ist vorbei, aber durch ihre enorme Flexibilitätskapazität allein, werden sie auch in Zukunft eine wichtige Rolle am Markt spielen. 

 

IEA: Global electricity generation mix by scenario, 2018 vs. Stated Policies Scenario 2040
IEA, Globaler Stromerzeugungsmix nach Szenario, 2018 vs. Stated Policies Szenario, 2040, IEA, Paris

 

Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien hängt stark von schwankenden Umweltbedingungen wie Wind und Sonne ab. Sie können daher nicht einfach auf Abruf ihre Energieproduktion steigen oder senken. Die einzige Möglichkeit, mit dieser Energieschwankung umzugehen, ist sie mit anderen Flexibilitäten auszugleichen. Auch wenn stationäre Batterie- und Pumpspeicher hier einen Teil kompensieren können, indem sie gespeicherte Energie bei Bedarf bereitstellen, haben thermische Kraftwerke das mit Abstand größte Flexibilitätspotenzial und mit Retrofitmaßnahmen ist es möglich, ihre Flexibilität sogar noch zu erhöhen. Größere, systemweite Flexibilität kann dazu beitragen, Solar- und Windenergie verstärkt in das Energiesystem einzubinden. Aber lassen Sie uns zunächst genauer erläutern, was ein thermisches Kraftwerk eigentlich ist.

 

Wie funktioniert ein thermisches Kraftwerk?

Die meisten thermischen Kraftwerke sind Dampfkraftwerke, die Strom erzeugen. Basierend auf zwei Wärmereservoirs mit ausreichender Temperaturdifferenz wird die thermische Energie zunächst in nutzbare kinetische Energie und in der Folge durch einen Generator in elektrische Energie umgewandelt. Zu den thermischen Anlagen gehören konventionelle, fossile Kraftwerke, aber auch moderne KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung), die mit verschiedenen Brennstoffen betrieben werden, wie Abfall, Biogas und Biomasse. Viele KWK-Anlagen optimieren ihren Betrieb in Hinblick auf die Deckung eines Wärmebedarfs, während der erzeugte Strom als Nebenprodukt erzeugt wird.

 

Flexibilität durch thermische Kraftwerke

Die Internationale Energieagentur definiert das Konzept der Flexibilität eines Stromsystems als "das Ausmaß, in dem ein Stromsystem die Stromerzeugung oder den Stromverbrauch als Reaktion auf erwartete oder andere Schwankungen verändern kann". Positive Flexibilität bedeutet die Fähigkeit, Energieerzeugung zu steigern oder den Verbrauch zu reduzieren, während negative Flexibilität sich über eine Verringerung der Energieerzeugung oder eine Erhöhung des Verbrauchs definiert. Man kann also sagen, dass der Grad der Flexibilität eines Systems davon abhängt, wie schnell Erzeugung oder Verbrauch als Reaktion auf externe Einflüsse angepasst werden kann. Zu diesen externen Faktoren gehören Nachfragespitzen und -tiefs oder sich ändernde Preise auf Ausgleichs- oder Spotmärkten. Marktteilnehmer können ihre Leistung durch Anpassung von Angebot oder Nachfrage erhöhen, um von günstigen Preisen zu profitieren.

Bis es zu einem flächendeckenden Einsatz von Batteriespeichern kommt, führt kein Weg am Potenzial thermischer Kraftwerke vorbei, wenn es um die Nutzung von Flexibilität am Energiemarkt geht. Während bei erneuerbaren Energiequellen Flexibilität ein kostbares Gut ist, kann sie bei thermischen Kraftwerken zu geringen Kosten bereitgestellt werden. Eine gute Möglichkeit, thermische Kraftwerksbetreiber dazu zu bewegen, die Flexibilität ihrer Anlagen zu nutzen, besteht darin, sie an den Intraday-Energiemarkt zu binden. Durch die Förderung von Flexibilität können thermische Kraftwerke eine positive Rolle in der Energiewende spielen, indem sie helfen, volatile erneuerbare Energien in unsere Netze zu integrieren.

Wenn man ein thermisches Kraftwerk betreibt, möchte man kein einziges Gramm an unwiederbringlichen Ressourcen verschwenden. Auch bei Kernenergie möchte man die Anzahl der Anlagen geringhalten, um den Bedarf an Endlagern zu minimieren. Die Nutzung des vollen Flexibilitätspotenzials konventioneller Kraftwerke kann die Effizienz ihrer Energieerzeugung steigern. Studien haben gezeigt, dass eine erhöhte Flexibilität in thermischen Kraftwerken zu geringeren Emissionen führt. Der Hauptgrund dafür ist, dass durch die Erhöhung des Einsatzes von erneuerbaren Energien, weniger Brennstoff für die Wärme- und Stromproduktion verbrannt wird. Der geringere Brennstoffeinsatz bedeutet auch eine Steigerung der Gesamtenergieeffizienz, da KWK-Anlagen in der Lage sind, weniger effiziente Energieerzeugung zu ersetzen. Der beste Weg, Ressourcen zu sparen und die Umweltbelastung zu begrenzen, führt also über die Erhöhung und Nutzung des Flexibilitätspotenzials des Energiesystems.

 

Erhöhen Sie Ihren Gewinn mit Hilfe von flexiblen Märkten

Alle Formen der Energieerzeugung, -speicherung und -nutzung weisen ein gewisses Maß an Flexibilität auf. Kraftwerksbetreiber verfügen somit über ein großes schlummerndes Potenzial, ihre Flexibilität zu Geld zu machen. Wie also kann diese vermarktet und ein Gewinn erzielt werden? Heutzutage gibt es viele Arten von Kurzzeitmärkten, die jeweils für unterschiedliche Zwecke konzipiert wurden:

Regelenergiemärkte sind die bekanntesten Energiemärkte, da es Regelenergieanforderungen schon am längsten gibt. Sie wurden mit dem expliziten Ziel etabliert, das Netz durch Flexibilität stabil zu halten. Mit Vorlaufzeiten im Sekunden- oder Minutenbereich stellt dies für einige thermische Kraftwerke aufgrund ihrer langsameren Reaktionszeit jedoch eine Herausforderung dar. Auch durch die hohe Komplexität und Eintrittsbarrieren ist es nicht einfach, an Regelenergiemärkten teilzunehmen und stellen im Grunde eine Oligarchie dar, da die Preise von einer kleinen Handvoll großer Akteure bestimmt werden.

Day-Ahead- und Intraday-Auktionen werden ebenfalls für den kurzfristigen Stromhandel genutzt (für alle Lieferperioden des Folgetages oder zweimal am selben Tag für einsatzfähige Leistung von Wärme- und Wasserkraftwerken). Aufgrund ihrer langen Vorlaufzeiten können sie nicht auf unerwartete Angebots- oder Nachfrageschwankungen reagieren und sind daher im Hinblick auf die Bereitstellung von Flexibilität weniger gut geeignet.

Kontinuierliche Intraday-Märkte entwickelten sich parallel zu erneuerbaren Energien, da traditionelle Auktionen nicht dafür ausgelegt waren, kurzfristigen Produkte zu handeln. Diese Märkte werden immer wichtiger, wenn Umweltbedingungen wie Wind und Sonne die Menge an erzeugter Energie stark beeinflussen. Durch die Möglichkeit, bis zur letzten Minute zu kaufen oder verkaufen, ermöglicht der Intraday-Markt den Handel mit kurzfristigen Produkten und hilft Ihnen, Ihr Energieportfolio auszugleichen. Im Vergleich zu anderen Märkten sind die Regeln weniger rigide und Eintrittsbarrieren niedriger. Der Markt ist liquider und (fast noch wichtiger) demokratischer als andere Märkte. Die größten Produzenten haben hier keinen uneingeschränkten Einfluss, da die Preise von der allgemeinen Marktdynamik bestimmt werden. Trotz der Beliebtheit von Regelenergiemärkten ist der Intraday-Handel die beste Möglichkeit, um das meiste aus Ihrer Flexibilität rauszuholen.

 

Initialzündung für den modernen Energiehandel

Der Einstieg in den Intraday-Markt ist keine leichte Aufgabe, wenn Sie ganz auf sich allein gestellt sind. Erhöhtes Volumen und Volatilität, eine ständig wachsende Anzahl von Produkten und Handel in nahezu Echtzeit machen es für manuelle Händler schwierig, langfristig erfolgreich zu sein. Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, führt kein Weg vorbei an der Implementierung von algorithmischem Handel und der Automatisierung der gesamten Handelswertschöpfungskette. Der Betrieb eines eigenen Intraday-Handelssystems erfordert ein komplexes Setup mit Software, anspruchsvoller Datenanalyse und einem spezialisierten Team, jedoch spricht der Gewinn für sich selbst.

Sie sind nun Feuer und Flamme für den Handel und wollen Ihre thermischen Energieanlagen vermarkten? Sie sind sich aber nicht sicher, wie Sie anfangen sollen? Oder wollen Sie einfach nur den Ärger vermeiden, der mit dem Betrieb Ihres eigenen modernen Intraday-Handelsplatzes verbunden ist? Wir von enspired möchten Sie auf dem Weg unterstützen, von Ihrer Flexibilität zu profitieren. Unser Expertenteam für KI-basierten Energiehandel kann Ihnen helfen, in kürzester Zeit mit voller Transparenz und ohne Risiko durchzustarten.

 

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